In unserer modernen Gesellschaft sind wir Eltern vielen unterschiedlichen Ansprüchen ausgesetzt. Häufig sind beide Elternteile berufstätig und müssen ein Dauerspagat zwischen Kind und Karriere stehen. Zeit ist dabei für die gestressten Eltern oft Mangelware, sodass viele Mütter und Väter sich ausgebrannt fühlen: eine Stressstudie der Techniker Krankenkasse fand heraus, dass sich nicht nur berufstätige Eltern, sondern auch 95% der Hausfrauen und –männer mit dem Familienmanagement überlastet fühlen.

Um sich selbst und das Wohl der eigenen Kinder im Alltagsstress nicht aus den Augen zu verlieren, kann es helfen sich bewusst zu machen, dass es sich bei einer Familie eben auch um einen kleinen Betrieb handelt, der angeleitet und organisiert werden will. Im ZEIT-Artikel „Mama macht Überstunden“ erklärt die Autorin, dass viele Menschen die romantische Vorstellung haben, dass das Familienleben ganz natürlich funktioniere und der Alltag mit Kindern sich wie von selbst organisiere. Viele Eltern haben deswegen das Gefühl zu versagen, wenn sich herausstellt, dass das eigene Familienleben eben doch kein Selbstläufer ist. Das A und O des Familienalltags bildet deswegen eine gute Organisation, denn diese ermöglicht es allen Familienmitgliedern auf die Anforderungen des Tages gefasst zu sein und gibt den Eltern Zeit sich abzusprechen.

Mut zur Aufgabenverteilung

Gerade Frauen neigen immer noch dazu sich zu überfordern, in dem sie allen Ansprüchen gleichzeitig gerecht werden wollen. In so einem Fall gilt es sich bewusst dafür zu entscheiden Aufgaben abzugeben und an andere Familienmitglieder zu delegieren. Dabei geht es natürlich in erster Linie darum, den Partner miteinzubeziehen, aber auch der Nachwuchs sollte – im kindgerechten Maße natürlich – miteingebunden werden: Gerade für etwas ältere Kinder kann es eine wichtige Erfahrung sein auch im jungen Alter Verantwortung zu tragen und aktiv etwas zum funktionierenden Familienalltag beitragen zu können. So bleiben nicht alle Aufgaben an einem einzigen Familienmitglied hängen, sondern sind fair verteilt. Das hilft Eltern Zeit für sich zu finden, um sich dann mit neuer Energie wieder in den Familienalltag zu stürzen.

Prioritäten setzen

Überforderte Eltern sollten sich die einfache Frage stellen, was Ihnen wichtig ist. Denn irgendwann machen alle Mamas und Papas die Erfahrung, dass es einfach nicht möglich ist, gleichzeitig das Haus blitzblank zu halten, sich bei den Veranstaltungen in Schule oder Kindergarten aktiv einzubringen und daneben noch ein intaktes und erfüllendes Familienleben zu führen. An Zeit für sich selbst ist für Eltern dabei oft gar nicht mehr zu denken. Darunter leidet nicht nur die Partnerschaft sondern irgendwann auch die Kinder, die nicht verstehen können, warum ihre Eltern zunehmend gereizt reagieren. Was dann hilft sind bewusste Entscheidungen: Ein blitzblankes Haus ist euch gar nicht so wichtig? Dann solltet ihr vielleicht aufhören so viel Zeit mit dem Putzen und Aufräumen zu verschwenden. Zeit mit den Kindern ist für euch schöner als die Beförderung? Scheut euch nicht, euch das auch einzugestehen und entsprechend zu handeln.

Auf kleine Organisationshelfer zurückgreifen

Vielen Familien hilft es die unterschiedlichen Termine zu visualisieren und für alle sichtbar festzuhalten. Dafür eignet sich zum Beispiel ein großer Familienkalender in der Küche. Das hat den Vorteil, dass die Familienmitglieder nicht in ständiger Absprache miteinander stehen müssen, um eigene Termine festzulegen. Besonders die Eltern schaffen es so besser den Überblick zu behalten und Geigenunterricht, Fußballspiel und Arzttermine zu koordinieren. Hilfreich ist auch ein Karteikasten, indem die Aufgaben auf Karteikarten den jeweiligen Familienmitgliedern zugeordnet werden. So wissen die einzelnen Familienmitglieder auch in der Abwesenheit der anderen Bescheid, welche Aufgaben noch erledigt werden müssen. Kindern kann das helfen, die Fähigkeit zur Selbstorganisation zu entwicklen, da sie so ihre Aufgaben ganz selbstbestimmt in Eigenregie erledigen können. Wem das Karteikarten schreiben auf die Dauer zu aufwendig ist, für den sind Haftnotizen eine gute Alternative, denn bunte, selbstklebende Post-its eignen sich gut, um die Kinder oder den Partner noch schnell um einen Gefallen zu bitten oder auf eine anstehende Aufgabe aufmerksam zu machen, bevor man sich zum Beispiel auf den Weg zur Arbeit macht.

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